MICHAEL ARENS' SOUL TRAIN

 

 

 

 

 

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CD-BESPRECHUNG / CD-REVIEW

 

 

 

 

 

Exposé - Greatest Hits (Reissue) (Arista/Sony-BMG)

 

 

 

Exposé - Greatest Hits (Reissue) (Arista/Sony-BMG)

 

Das ist schon komisch - die Art und Weise, wie man bestimmte Sounds, den Klang einiger Produktionen, die Musik einer Platten über die Jahre wahrnimmt, wie man sie bewertet. Wir kennen diesen Effekt von TV-Serien aus unserer Kindheit. Was uns damals magnetisch an die Mattscheibe zog, kann man heute nur Müde belächeln und ist allenfalls ungewollt witzig. Auf verdrehte, überzogene Art humoristisch.

 

So erging es mir auch mit dem “Greatest Hits“-Album von Exposé. Wenn natürlich auch der Vergleich von Exposé mit den Andrew Sisters, The Shangri-Las und sogar The Supremes in den Liner Notes des Booklets deutlich hinkt, ist doch eine gewisse Superstar-Atmosphäre des in den Achtziger Jahren besonders über den großen Teich immens erfolgreichen Frauentrios nicht wegzukaschieren.

 

Die Frage ist: Will man das? Kaschieren. Die Antwort: Vielleicht. Unter heutigen Gesichtspunkten jedenfalls kommt die Musik von Exposé heute nur als plastisch, billig (ich entschuldige mich für meine unverblümte Direktheit) rüber. Kaum noch nachvollziehbar, dass “so etwas“ sich mal Millionen mal verkauft hat.

 

Dabei stimmte eigentlich alles damals. Vor 20 Jahren. Exposés Hausproduzent Lewis A. Martineé, damals absolut Genreführend wenn es um Tanzboden-orientierte Pop-Musik mit Latin-Einschlag und RnB-Attitüde ging, zeigte sich für die Musik verantwortlich, der Gesang der Drei war dem Genre entsprechend solide.

 

Als dieses Album 1995, also ebenfalls vor über zehn Jahren, erstmals das Licht der Welt erblickte, standen all diese Fragen bereits einmal im Raum. Allerdings war selbst damals bereits eine andere Zeit. Umdenken ist also angesagt.

 

Denn eigentlich hat die Musik heute gerade wegen all diesen Mankos einen ganz eigenen Charme. Und hat man erst einmal zugelassen, die Musik mit einem Augenzwinkern zu akzeptieren, anzunehmen, ist schnell der Spaß wieder da. Ganz Retro.

 

Exposé hatten nie den Anspruch, das Rad neu zu erfinden. Sie wollten lediglich auf sauberem, produktionstechnisch durchdachtem Niveau überzeugen und es auf dem Dancefloor krachen lassen. Und das gelingt ihrem Sound, mit Abstrichen, noch heute.

 

Loslassen ist hier das Schlüsselwort. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen nicht Jedermanns Kost.

 

© Marius Bauer

 

 

 

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