MICHAEL ARENS' SOUL TRAIN

 

 

 

 

 

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MICHAEL ARENS' SOUL TRAIN - Your monthly Mag for Soul, Funk, RnB, Smooth Jazz & Urban Grooves

 

INTERVIEW

 

 

 

 

 

The Brand New Heavies (Simon Bartholomew, Jan Kincaid & Andrew Levy)

featuring N'Dea Davenport - Heavy Duty Heavies

 

 

 

 

 

 

 

 

The Brand New Heavies - Heavy Duty Heavies

Aktuelles Album: The Brand New Heavies - Get Used To It (TBNH/edel) (2006)

Als in den Achtziger Jahren der Acid Jazz größer und größer wurde, stand schnell fest, wer das Aushängeschild des Genres war: Die Brand New Heavies. Gepaart mit ihrem Charme als offensichtliche Live-Band und ihren griffigen Wurzeln in Funk, Soul und treibenden Jazzelementen hatten sie einige ihrer größten Hits in den auslaufenden Achtziger Jahren. “Dream On Dreamer“ war nur einer dieser Hits aus einer Zeit, in denen sich besonders ihre Alben wie warme Brötchen verkauften.

 

Ein weiteres Markenzeichen war ihre Funk-verliebte energetische Bühnenpräsenz, die besonders Dank der charismatischen Frontsängerin N’Dea Davenport Nachdruck bekam und die Brand New Heavies zugleich als echte Live-Sensation aufstellte.

 

Dass die drei weiteren festen Brand New Heavies-Mitglieder Simon Bartholomew, Jan Kincaid und Andrew Levy eine nicht gerade unwichtige Rolle spielten, ließ sich immer wieder an den sehr stimmigen, geschlossenen Arrangements abhören. Auch, dass die Band seit nunmehr über 20 Jahren zusammen spielt, schlägt sich besonders auf der Bühne nieder.

 

Obwohl N’Dea Davenport, um eine mittelprächtig erfolgreiche Solo-Karriere zu starten, für die Dauer von zwei Studio-Alben, in denen sie durch zunächst durch Siedah Garrett, später durch Nicole Russo ersetzt wurde, aus der Band ausstieg.

 

Mit “Get Used To It“ (TBNH/edel) kehrte Davenport 2006 schließlich zurück in die Heavies-Formation. Der SOUL TRAIN präsentierte kürzlich die Deutschland-Tour der Brand New Heavies und wollte selbstverständlich wissen, wie es mit einem nach zwei Jahren fast überfälligen neuen Studioalbum steht.

 

Im Zuge des Eröffnungskonzertes der 29. Leverkusener Jazztage, dass die Brand New Heavies als zweite Band des Abends nach Incognito (der SOUL TRAIN berichtete) bestritten, traf ich mich mit den vier Heavies, um genau beim Thema neues Studioalbum anzusetzen…

 

 

Michael Arens: “Meine dringlichste Frage zuerst: Euer letztes Album liegt zwei Jahre zurück. Wird es ein neues Brand New Heavies-Studioalbum geben?“

 

N’Dea Davenport: “Ja. Es wird ein neues Album geben. 2009 soll es herauskommen. Wir sind gerade dabei, es zu entwickeln. Wir können dir nicht allzu viel darüber berichten, dann wäre es keine Überraschung mehr.“ (lacht)

 

Simon Bartholomew: “Na ja, wir haben ein paar Tracks bereits fertig. Aber wir touren ja gerade, sind deshalb sehr eingebunden. Wir möchten ausreichend Zeit auf die Seite schaffen, um am Album zu arbeiten.“

 

Andrew Levy: “Wir haben sogar schon einige Dinge zusammen. Wir haben bereits im November 2007 angefangen, Songs zu machen, mussten dann aber zunächst andere Arbeiten zu Ende führen. Aber im kommenden Januar werden wir vier zusammen an einen bestimmten Ort reisen, um dort intensiv am Album zu arbeiten.“

 

Michael Arens: “Dieses Konzert ist der Beginn eurer Deutschland-Tournee. Nach so vielen Jahren “on the road“ – wie fühlt sich das heute an, auf er Bühne zu stehen?“

 

Simon Bartholomew: “Na ja, das ist Teil unserer Identifikation. Wir haben als Live-Band angefangen, haben Auftritte gehabt, bevor wir überhaupt ins Studio gegangen sind.“

 

Jan Kincaid: “Es dreht sich immer um unser Publikum. Wenn die unsere Show genießen, genießen wir es auch, zu spielen. Wir teilen die Erfahrung. Es ist ein Handel.“

 

Andrew Levy: “Ja, nach einer langen Zeit des Tourens ist das natürlich schon ermattend. Wie lange sind wir jetzt live unterwegs? 15, 20 Jahre?! Es ist natürlich heute nicht mehr so aufregend wie damals, als wir wirklich jung waren. Aber – wenn Du auf der Bühne stehst und die Menschenmasse deine Texte mitsingt, berührt dich das immer noch sehr. Das gibt allem wieder einen Sinn.“

 

Michael Arens: “Was mir an eueren Konzerten immer besonders gefällt, ist die unglaubliche Energie, die ihr mitbringt…“

 

N’Dea Davenport: “Ja, das ist noch immer so. Und jetzt sind immer mehr jüngere Menschen im Publikum, was es eigentlich noch schöner macht. Es sind natürlich auch viele Fans aus unseren Anfängen dabei. Aber mittlerweile bringen sie ihre Kinder mit. Das ist Bemerkenswert. Vor ein paar Tagen traf ich eine ganze Familie bei einem unserer Konzerte in Dänemark. Es war ein Paar mit seinen zwei Töchtern. Das war wirklich cool. Sie alle machten richtig Party und genossen das Konzert, obwohl die Brand New Heavies ja nicht wirklich eine Familien-Band sind. Aber wir sind offen für alles…“

 

Andrew Levy: “Ja, die zweite Generation ist endlich dabei!“

 

Michael Arens: “In den zwei Dekaden, die ihr jetzt dabei seid, hat sich die Welt ja unglaublich verändert. Stichwort Handys, Internet, MySpace… Man könnte sagen, dass die Welt digitalisiert wurde, wogegen alles zu euren Anfängen in den Achtziger Jahren noch alles ziemlich analog ablief.“

 

Jan Kincaid: “Ja, absolut. Die Technologie hat im Grunde zwei Dinge verändert. Zum einen die Art und Weise, wie Musik verkauft wird, wie sie an den Mann gebracht wird. Und wie der Hörer mit seinem Lieblings-Künstler selbst in Kontakt bleiben kann. Zum Zweiten wurde es durch die Technologie sehr viel einfacher, Musik zu machen, aufzunehmen - wenn man die Technologie vernünftig einsetzt. Aber auch in den frühen Tagen unserer Band haben wir mit Keyboards und den technischen Spielereien herumhantiert, waren interessiert, auch, wenn wir zu aller erst eine Live-Band waren und sind. Und so kann man das Beste aus Zwei Welten nutzen…“

 

Simon Bartholomew: “Ja, ich erinnere mich daran, wie damals die Sampler raus kamen. Das war faszinierend…“

 

N’Dea Davenport: “Ich denke auch, dass die Verwendung von Technologie nicht nur für diejenigen Interessant ist, die Musik aufnehmen. Technologie gibt den Menschen auch die Möglichkeit, sich Musik anzunähern. Selbst, wenn man zum Beispiel in einem anderen Land sitzt, kann man seine Songs durch das Internet austauschen, Bands zusammenstellen, wie bei meinem derzeitigen Lieblingsprojekt, The Foreign Exchange (in Deutschland erschienen über Groove Attack, Anm. d. Red.), die gerade ihr Album veröffentlicht haben. Ein Mitglied der Band ist aus Amsterdam, und ein anderer aus North Carolina in den USA. Und sie haben unglaublich brillante Musik gemacht…“

 

Andrew Levy: “…Phonte, richtig?“

 

N’Dea Davenport: “Richtig. Und Nicolay (der SOUL TRAIN berichtete). Das ist wirklich großartiges Material. Genau das ist die Schönheit von Technologie. Mit der Technologie schreitet man ins neue Jahrhundert, um es zu entfalten, anstatt es wegzudrängen.“

 

Andrew Levy: “Ja, genau. Und trotzdem ist Technologie wirklich und eigentlich nur ein Werkzeug. Wir machen zum Beispiel erst einmal den Song als solches, und erst dann kommt Technologie als Werkzeug mit ins Spiel. Obwohl das auch immer wieder zu teils sehr seltsamen Situationen führt. Als wir zum Beispiel den Song “Get Used To It“, den Titelsong zum aktuellen Album, aufnahmen, war Simon in London. Wir anderen waren in New York. Und Simon nahm die Gitarre in London auf…“

 

Simon Bartholomew: “…das war aber für “Right On“…“

 

Andrew Levy: “Ach ja, richtig… Aber vom “Get Used To It“-Album…“

 

Jan Kincaid: “Die andere Sache mit der Technologie ist, dass es viel kostengünstiger geworden ist, Musik zu machen. Früher, als wir Musik aufgenommen haben, hat alleine ein gutes Tonband für die Aufnahme 150,- Euro gekostet. Und man brauchte etwa 20 Bänder für einen Take eines Albums. Und das ist eine Menge Geld. Dann musste man das Studio mieten, was nicht selten bis zu 1.500,- Euro am Tag kostete. Das war also ein teures Business. Heute ist es so viel einfacher, und man hat dadurch so viel mehr Raum, zu experimentieren…“

 

Simon Bartholomew: “…ja, als Garage-Band zum Beispiel.“

 

Michael Arens: “Aber macht es das nicht zugleich einfacher für jeden, ob er nun Ahnung von Musik hat oder nicht, Musik auf den Markt zu bringen? Womit ich sagen will, dass es ganz sicher heute mehr Musik, aber nicht unbedingt bessere gibt.“

 

N’Dea Davenport: “Ja, das macht alles so viel einfacher, nüchterner…“

 

Andrew Levy: (nickt) “Ich will hier kein Richter sein, ob es da draußen zu viel gute oder zu viel schlechte Musik gibt. Musik ist grundsätzlich gut, und sich auszudrücken ist sowieso immer gut. Aber vielleicht gibt es einige Leute da draußen, bei denen ich mich frage, ob es notwendig ist, diese Musik zu dieser Zeit in ihrem Leben zu machen.“

 

Michael Arens: “Aber heißt das dann nicht auch, dass es immer weniger Nachwuchs gibt, der die Motivation entwickelt, ein Instrument zu lernen?“

 

N’Dea Davenport: “Vielleicht.“

 

Jan Kincaid: “Ja und Nein! In Großbritannien gibt es ein Riesenberg an jungen Bands, die wild darauf sind, live zu spielen. Leute aus Indie-Rock, Electronica… das hängt auch immer von der Musik ab. Viele Freunde von mir sind DJ, die nicht so sehr an diesen Live-Sachen interessiert sind, denn da kommen sie einfach nicht her. Das ist nicht ihr Ding. Manchmal entwickelt man aber auch durch die Verwendung von Samples die Faszination an diesem Live-Ding. Irgendwann kommt man an diesen Punkt, an dem man dann auch Persönlichkeit und Originalität bekommt. Originalität der Musik. Es kommt natürlich auch darauf an, was für eine Art Musik du machst. Wenn Du Techno machst, ist es einfach nicht wichtig, ein Instrument zu beherrschen…“

 

Michael Arens: “…aber es könnte helfen.“

 

Jan Kincaid: “Vermutlich. Die ganze Technologie kann einen auch faul werden lassen. Das Problem, was ich zur Zeit zum Beispiel mit RnB habe, ist, dass alles absolut das Gleiche ist. Die gleichen Drum-Sounds, die gleiche Instrumentierung, die gleichen Songs, sehr ähnliche Stimmen…“

 

Michael Arens: “Ich muss noch mal auf die Langlebigkeit zu sprechen kommen. Was gerade deswegen interessant ist, da Du, N’Dea, ja einige Jahre kein fester Bestandteil der Brand New Heavies warst. Wie seht ihr euch in weiteren 20, 25 Jahren?“

 

Simon Bartholomew: “Na ja, das hängt vom Publikum ab, ob man uns noch sehen will.“

 

Andrew Levy: “Ich werde dann 44 sein! (lacht) Nein, im Ernst. Wenn wir diese Energie, die wir auf der Bühne haben, nicht mehr haben, dann ist es glaube ich an der Zeit, ans Altenteil zu denken…“

 

Jan Kincaid: “Genau. Wenn wir nur noch Balladen spielen, wird es Zeit… (lacht)“

 

N’Dea Davenport: “Ja. 20 Jahre ist eine lange Zeit. Wir müssten uns ja in gewissem Masse auch immer wieder selbst neu erfinden. Das Leben hält aber immer diese unerwarteten Entwicklungen für einen bereit. Und obwohl wir diese zeitlose Maschine Brand New Heavies sind, ist es schwer zu sagen, wie man sich in 20 Jahren neu erfinden soll und wird.“

 

Jan Kincaid: “Es ist doch so: Wir kennen unseren Sound, und wir wissen, was wir erreichen wollen.“

 

Andrew Levy: “Ja, wir sind halt eine echte Band!“

 

Michael Arens: “Ich muss noch mal auf euer kommendes Album zu sprechen kommen. Wie funktioniert das zwischen Euch, wo ihr euch so lange und gut kennt?“

 

N’Dea Davenport: “Wir jammen!“

 

Jan Kincaid: “Ja, es findet eine Menge spontaner Jams statt, aus denen wir Dinge entwickeln. Das hängt immer ziemlich stark davon ab, in welchem Modus wir uns gerade befinden. Da gibt es den Touring-Modus, und den Studio-Modus. Das schreiben von Songs kann widerrum zwischendurch passieren.“

 

Andrew Levy: “Ja, man kann Kreativität nicht per Knopfdruck erzwingen…“

 

Jan Kincaid: “Ja, wenn wir auf Tour sind, bringen wir soviel Energie in die Show ein, dass ins Studio gehen, um kreativ zu sein, wirklich das letzte ist, woran wir dabei denken. Du willst dann nur noch runterkommen.“

 

Michael Arens: “Das heißt, wenn ihr im Studio-Modus seid, trefft ihr euch zum jammen, und all das kommt dann einfach so raus aus euch?! Einige Leute nennen das Talent!“

 

N’Dea Davenport: “Na, das hoffe ich doch!“ (lacht)

 

© Michael Arens

 

Mehr Infos gibt es hier: www.myspace.com/thebrandnewheavies 

 

"Is this a dream come true?"

 
 

 

 

Aktuelles Album:

The Brand New Heavies

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N'Dea Davenport -

Get Used To It

(TBNH/edel)

 

 

 

 

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The Brand New Heavies

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N'Dea Davenport

Simon Bartholomew, Jan Kincaid, Michael Arens & Andrew Levy

 
 
 

 

 

 

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