MICHAEL ARENS' SOUL TRAIN

 

 

 

 

 

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INTERVIEW

 

 

 

 

 

Bozoo Bajou - Vertonte Bilder und Atmosphäre

Aktuelles Album: Boozoo Bajou - Grains (!K7 Records/Alive)

 
 

Boozoo Bajou (Florian Seyberth und Peter Heider)

 

Bozoo Bajou - Vertonte Bilder und Atmosphäre

Aktuelles Album: Boozoo Bajou - Grains (!K7 Records/Alive)

Wer kennt ihn nicht, diesen hippen Werbespot: Durchtrainierte Schönheiten tänzeln zu Loungemusik in Abendgarderobe um einen Pool und feiern angeheitert im Luxusloft. Plötzlich steht George Clooney vor der Tür, dem die Dame des Hauses jedoch keinen Eintritt gewährt, wenn er nicht die entsprechenden Spirituosen mitbringt. Die Ladies feiern weiter und die einschlägige Loungemusik läuft weiter.

 

Ein anderer Alkohlwerbeclip zeigt die Party exotischer Schönheiten, deren Kleidung an ihren perfekten, durchnässten Körpern klebt, denn die Temperaturen sind tropisch. Während des lasziven Tanzens muss man sich einfach mit eiskalten Drinks erfrischen. Und die so beiläufig eingeblendete Hintergrundmusik fängt genau diesen Lifestyle ein.

 

Sie stammt von Boozoo Bajou, dem Nürnberger DJ Duo, bestehend aus Peter Heider und Florian Seyberth. Ihr neues Album “Grains“ ist seit Februar auf dem Markt.

 

Der SOUL TRAIN wollte wissen, wie Boozoo Bajou es schafft, diese bestimmte Atmosphäre einzufangen und schickte Lisa Stein

 

 

Lisa Stein: “Die meisten kennen eure Musik vor allem aus der TV-Werbung. Gibt es Produkte, für die ihr eure Musik nicht verkaufen würdet?“

 

Peter Heider: “Zigaretten.“

 

Florian Seyberth: “Atomstrom und Tretminen.“

 

Lisa Stein: ““Grains“ wird als Album bezeichnet, das den kalifornischen Lifestyle vertont. Könntet ihr euch vorstellen, Musik zu machen, die eine deutsche Kulisse einfängt?“

 

Florian Seyberth: “Wir haben uns nun nicht mit dem Ziel getroffen, ein kalifornisches Album zu machen. Wir haben uns einfach aktuelle Geschichten angehört, die diesen bestimmten Stil zum Thema hatten. Weil uns das gefiel, haben wir im Rahmen unserer Möglichkeiten gewisse Atmosphären zu imitieren versucht. Ab und zu sind wir auch in Kalifornien, deshalb hat uns diese Gegend sicher auch in direkter Weise beeinflusst.“

 

Peter Heider: “Ich könnte mir vorstellen, mich auch mal mit der Musik deutscher klassischer Komponisten zu beschäftigen. Mit typisch deutschen Richtungen wie Volksmusik können wir aber nichts anfangen. Allerdings versuchen wir mit unserem Sound auch landschaftliche Bilder oder emotionale Momente festzuhalten und das kann natürlich überall geschehen.“

 

Lisa Stein: “Wie kann ich mir einen solchen Prozess vorstellen? Ihr betrachtet ein Panorama und plötzlich hat man eine passende Melodie im Kopf?“

 

Florian Seyberth: “Im Gegenteil. Zunächst arbeiten wir an der Komposition, währenddessen finden sich dazu Bilder. Zum Beispiel habe ich beim Stück “Grains“ automatisch den Pazifischen Ozean vor Augen. Beim Erarbeiten von Songs beabsichtigen wir solche Bilder nicht, sie schleichen sich eher im Nachhinein ins Unterbewusstsein. Bei einem unserer älteren Projekte sehe ich etwa eine heiße Sommernacht, in der Personen Voodoorituale praktizieren. Bei unserem vorletzten Album “Dust My Broom“ schießen mir wiederum Bilder von einer Hafenanlage in den Kopf.“

 

Lisa Stein: “Eure Songs aus der Werbung klingen elektronisch, bei einer Tour spielt ihr aber mit Liveband.“

 

Peter Heider: “Wir sehen uns eigentlich gar nicht als Elektrokünstler, obwohl wir viele elektronische Elemente gebrauchen. Die echte Akustik- und Livemusik war uns immer schon sehr wichtig. Bei “Grains“ ist sie nun noch mehr in den Vordergrund getreten. Wir haben mit noch mehr akustischen Instrumenten gearbeitet als bisher.“

 

Lisa Stein: “Ihr habt mit der britischen Sängerin Rumer gearbeitet. Nicht nur durch ihre soulige Stimme geht “Grains“ in die Richtung Black Music…“

 

Florian Seyberth: “Ich bezeichne unsere Musik im Groben als Soul. In einem älteren Pressetext stand einmal, dass wir uns als “musikalische Ethnologen“ sehen. Das zeigt, dass wir Klangelemente rund um die Welt gesammelt haben. Aber gerade der Soul ist es, den man in den verschiedensten Genres finden kann, Country zum Beispiel kann äußerst soulig sein. Natürlich haben wir vielerlei Einfärbungen aus anderen Stilrichtungen. Auch in dieser Richtung sind unsere Vorbilder angesiedelt, zum Beispiel halten wir viel von Curtis Mayfield oder Leroy Hutson.“

 

Peter Heider: “Ich denke, es ist die Verbindung aus Soul, Jazz und Folk, mit der wir uns momentan sehr befassen. Ein Vorbild aus dieser Richtung wäre etwa Joni Mitchell. Zwar meiden wir Schubladenbegriffe lieber, aber Soul ist schon der Rahmen unseres aktuellen Albums.“

 

Lisa Stein: Ihr habt wenige der Titel deutsch benannt. Was steckt etwa hinter  “Fuersattel“ oder “Kinder ohne Strom“?“

 

Peter Heider: “Bei uns in Oberfranken, in der Nähe von Nürnberg, auf dem Land, steht das Landhaus “Fuersattel“. Es ist für uns eine gut gelegene Rückzugsmöglichkeit. In seiner ursprünglichen Form steht das Haus wahrscheinlich unrenoviert seit etwa 200 Jahren dort und ist mit seiner uralten Einrichtung sehr charismatisch und gemütlich. Florian und ich machen dort ab und zu kleine Live-Veranstaltungen, zu denen wir unsere eigenen Stereoanlagen mitbringen und andere Musiker einladen. Diesem Gasthaus “Fuersattel“ wollten wir einfach ein eigenes Stück widmen. Hinter “Kinder ohne Strom“ steckt eine ganz andere Geschichte. Wir haben unser Studio in einem Keller. Dort haben wir immer mal wieder die undankbare Aufgabe, Leute von der Stadt Reinzulassen, die den Strom der Mieter zählen, die über unserem Studio wohnen. Dort gibt es leider auch den ein oder anderen Sozialfall, unter anderem Familien mit Kindern. Eines Tages haben wir mitbekommen, wie einer dieser Familien der Strom abgestellt wurde, während es draußen richtig kalt war. Unsere Gedanken dazu, stecken in “Kinder ohne Strom“.“

 

Lisa Stein: “1998, vor mehr als zehn Jahren, hattet ihr eure ersten großen Erfolge. Wie blickt ihr heute auf eure musikalische Vergangenheit zurück?“

 

Peter Heider: “Die vergangenen zehn Jahre waren schon ziemlich fantastisch. Wir haben völlig ungestört mit allen Möglichkeiten an unserem persönlichen Sound arbeiten können. Außerdem hatten wir  das Glück, mit uns den Jahren nicht auseinander zu leben, sondern mehr zusammen gewachsen zu sein. Durch unsere Musik hatten wir immer ausreichen zu Essen und konnten unser Geld mit Dingen verdienen, die uns wirklich erfüllen.“

 

Florian Seyberth: “Wir sind grauer geworden.“ (lacht)

 

© Lisa Stein

 

 

Boozoo Bajou

 

 

Boozoo Bajou

 

 

Boozoo Bajou

 

 

Boozoo Bajou

(Florian Seyberth

und

Peter Heider)

 

 
 

 

 

 

 
 
 

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